1986 Back to Europ

Wie an anderer Stelle angemerkt, ereilte uns Hans´s unergründlicher Entschluss uns auszutauschen. Ein Student als Ersatz für mich DM 2000,00 und ein Caribbean DM 500,00 sind natürlich ein unschlagbares Argument gegen unser Salär von DM 7800,00.

  • So gab es einen letzten schönen Segeltörn um meinen Nachfolger einzuführen, noch ein gemeinsames Essen im Steigenberger Hotel in St. Lucia und kurz darauf flog meine Bootsfrau nach Fm./M und ich segelte noch 4 Wo. mit Hugo, Heidi uns seiner „Mata Hari“ den Inselbogen südlich bis Grenada. Mit dem Island Hopper zurück nach St. Lucia, flog ich auch back to Germany um dann mit Ehefrau, ja wir hatten vor der Atlantik Tour geheiratet, nach Villefranche zu übersiedeln.
  • So sah uns die Cote d´Azur wieder und unser Trauzeuge Heie, auch Skipper, engagierte mich als First Mate.
  • Erstmalig weiße Uniform, zum Glück ohne Epauletten und Dreispitz, aber mit Schiffsname auf der Brust…..ich war jetzt der P´tit Louis…..hüstel!
  • Tagelang, Wochenlang Warten, dann zweimal schnell nach St.Tropez, ein paar illustre Gäste an Bord, Yannick Noa z.B. und soo´n paar Renommir Damen….ich vermisste meine Frau!
  • Naja, sieht ja alles ganz nett aus, aber diese ewige Warterei ob da nun jemand kommt oder nicht, das war ich einfach nicht gewohnt und zwei Skipper an Bord, obwohl befreundet, und dann noch zwei Wassermänner….geht gar nicht. So verließ ich den Dampfer nach 2 Monaten und schloss meine Frau in die Arme.
  • Ich habe es eh lieber etwas ungezwungener!
  • So, der Küstenklatsch berichtet mir von dem gesundheitlichen Maleur des Queen V Eigners und schon hatten wir Beide ein längeres Gespräch und schon bekam ich den Werftaufenthalt als Aufgabe und danach entwickelte sich wieder eine Fest Anstellung für uns Beide.
  • Schön wen einem die Chefin sagt, dass sie froh ist uns Beide wieder zu Haben!
  • Als (Wieder) Neuer Besen habe ich den etwas vernachlässigten Maschinen Raum auf Vordermann gebracht. Den Rumpf von Hand poliert, immerhin ein 26 m Dampfer, dann noch einen Zylinderkopf gewechselt, Ventile eingeschliffen und nach getaner Arbeit war der Eigner sehr zufrieden. Achja, die Decks Nuten ausgefräst, 760 Schrauben tiefer gesetzt und neu verdübelt und dann das ganze Teak Deck unten und oben neu vergossen und abgeschliffen. Sah dann aus wie Neu. Später voll des Lobes, legte er mir bei einem gemeinsamen Frühstück DM 3000,00 als Dankeschön neben den Teller. So kann´s gehen!
  • Jaja, war schon arbeitsreich.
  • Aber das Deck war hinterher dicht, wie schon viele Jahre zuvor nicht mehr.
  • Wir hatten noch drei schöne Jahre gemeinsam, allerdings wurde der Eigner immer hinfälliger, so dass der Familienrat beschloss das Schiff zu verkaufen. Ich wurde an dem Verkauf mit einer Prämie beteiligt und so sahen meine Frau und ich froh Gemutes in die Zukunft. Inzwischen hatte sich unsere Tochter angemeldet und erblickte das Licht der Welt in 1989.

1989 M.Y. Life. Der Job geht weiter!

  • Der Tessiner Roberto kannte jemand und das wurde mein neuer Eigner mit seinem alten Stahl Zossen liegend in Fontvieille / Monaco.
  • Etwas runter gekommen reparierte ich ein wenig um überhaupt zur Werft Fahren zu können. Danach putzte ich ihm die Flurplatten, säuberte den Motor und griff zum Ferrari rot. Seht selbst! Die Ventil Deckel in Alu gespritzt, mit Filzer den Schriftzug VOLVO ausgefüllt, die Getriebe Kühler innen gereinigt usw. usf. und schon gab es nach einem halben Jahr unaufgefordert eine Heuer Erhöhung von Sfr. 1000,00 Der Eigner muss zufrieden gewesen sein.
  • Na schön, war nicht das schönste Schiff, aber ein guter Lohn damals. Das ist Heute leider komplett anders geworden!
  • Etwa Eineinviertel Jahr blieb ich bei dem Eigner, dann ergab sich eine der seltenen Gelegenheiten im Leben. Durch ein Inserat in der „Zeit“ oder war´s die „Welt“, erfuhr ich, dass mein wunderschönes Nachbar Schiff einen Skipper sucht. Der Eigner wollte keinen von den Maklern der Cote d´Azur angebotenen Skipper haben. Darum inserierte er in der besagten Zeitung, und ich, der diese Zeitung nie las, bis auf das eine Mal, las dieses Inserat. Es gibt Zufälle oder dreht da jemand am Rad?
  • Nun, ich bekam den Job und hatte jetzt einen Maschinisten, einen Bootsmann und später eine Stewardess & Koch.
  • Sagt selbst. Wegen dieser rassigen Yacht verließ ich meinen Life Eigner. Verständlich odrr? Zumal die Heuer nochmal nach oben schnellte!

1991 M.Y. Lucky Fireball C.

  • So, das ist sie die Schöne, zu der ich von Life immer schmachtend herüber schaute. Sie war ja direkt neben mir.
  • Also, einer von den drei Motoren war kaputt und zwar die Stb. Maschine. Einfach ein Loch im Gehäuse.
  • Drei Neue waren bei GM bestellt. Mein Vorgänger war fort und jetzt war das mein Bier!
  • Bei der Ausfahrt aus Fontvieille musste ich etwas nach Bb. zur Ausfahrt steuern. Lucky F. wollte nach Stb. Kurz vor der Stein Mole stoppte ich sie. Hatte den Eindruck, dass das mittlere Getriebe sehr verzögert schaltete. Naja, alles retour und einen neuen Anlauf nehmen. Jetzt bekam ich die Kurve und konnte Auslaufen zur Werft. Steuert mal soo´n Ding mit einseitiger Schubkraft. Erst wenn gut Fahrt da ist, wirken die kleinen Ruder.
  • Die Werft war vorbereitet und hatte ein Boot als Bugsier parat und wir dockten ohne Schramme ein.
  • Inzwischen verstarb leider der Eigner so hing jetzt das ganze Super Visor-ing an mir. War trotzdem eine sehr interessante Aufgabe. Immerhin dauerte der Werft Aufenthalt sieben Monate.
  • Wie das? Wellen wurden gezogen, Getriebe kamen nach ZF France und die neuen Motoren, als sie endlich da waren, kamen hinein. Nicht ohne den Bb. Mot. fallen zu lassen. Ich stand neben dem Schiff, es rumpelte und der Dampfer rollte leicht. Zum Glück außer unbedeuteten Schrammen nichts weiter passiert.
  • Als die Motoren saßen, die Getriebe wieder angeflanscht, kamen die Wellen rein und jetzt……fluchteten sie nicht. 15 mm standen die Motoren zu hoch. Obwohl laut Auskunft GM alles passen sollte.
  • Klasse! Ich deutsch, die Werft französich, der Mot.-Lieferant amerikanisch und die Mechaniker von Turner Diesel schottisch. Schön gab es Georg den Elsässer in Beaulieu s./mer in der Werkzeug Ausgabe der Werft. Mit englisch klappte das ja noch mit meinen Schotten die sich bemühten englisch zu sprechen. Mein französisch ist mehr rudimentär, reicht für´s Einkaufen, aber die technischen Probleme die jetzt zu besprechen waren, dolmetschte George.
  • Nach einem Tag Stillstand oder waren es zwei, gab´s einen Ruck beim Skipper und ich gab Order den Swinkrom in Ordnung zu bringen. Schön standen mir Mittel zur Verfügung die der Testament Vollstrecker immer wieder locker machte. Geld war genug vorhanden.
  • Inzwischen war die Werft am Motoren tiefer legen, war hervorragend gelungen. Gute Leute! Dann merkten wir, mein Maschinist und ich, dass auch Schalldämpfermäßig nichts passte. Die Berater vom Eigner hatten das leider nicht gescheckt, wie auch ein großer Teil der Instrumentierung defekt war. Das hat die Crew vorher leider dem Eigner verschwiegen. Sie standen offenbar dem Alteigner näher als ihrem jetzigen Salär Zahler. Unglaublich, werde ich nie verstehen.
  • Aber nun ist´s zu spät und ich orderte eine neue Abgas Anlage, neue Instrumente für Mot. Raum, Ruderhaus und Fly Bridge. Sat-Com Anlage, Freezer, Oberdeck, waren dann nur noch Details!
  • Tja, kein Wunder hat alles so lange gedauert. Aber als alles fertig war, gab es die erste Probefahrt! Nur 29 kn. Die Kiste sollte gut 30 Laufen. Ich war nicht ganz zufrieden.
  • Die Garantie Firma Vahanian in Cannes schickte ihren Altmeister und nachdem er einige Einstell Arbeiten getätigt hatte, hatten wir No Load Revolution nach Vorgabe und auch die Vollast Drehzahlen waren im grünen Bereich, und dann lief die Kiste 30+ kn. Jetzt war ich zufrieden.

Anfang 1992 Das Ende naht!

  • Wie das? Nachdem ich noch 10 Tage mit der Witwe des Eigners eine nette kleine Reise an der Cote machen konnte/durfte, denn der Testamentvollstrecker war dazwischen, konnte ich ihn überreden das Schiff zu verchartern damit etwas Geld herein kommt. Zunächst ablehnend, gab er dann sein OK und ein Iraner, dessen Villa an der Cote noch nicht fertig war und sein Domizil im Hotel Carlton musste er auch Räumen, da die Filmfestspiele Cannes begannen, konnte das Schiff Chartern.
  • Wir Crew waren froh, denn das untätige Warten hasse ich. Juli und August hatte der Charterer gebucht da er eine Bleibe brauchte. Standesgemäß versteht sich. So flitzten wir im Juli jeden Tag von Cannes um das Esterel Gebirge herum nach dem Strand von Pampelonne, da wo die Mädels Oben onn!
  • Im August dann nur noch am Wochenende. Er brachte von seinen nächtlichen Disco Besuchen allerhand junges Völkchen mit. War ganz lustig, aber diese ständige Hin- und Her Fahrerei immer vor den selben Strand, nervt auch irgendwann.
  • Meine Ehefrau mit klein Sarah, wollte nicht mehr alleine bleiben während ich um´s Esterel Gebirge mit 30 kn. herum rauschte, so ging sie vorher schon nach DE in den Schoß ihrer Familie. Nachdem sie nicht mehr an Bord sein konnte, vereinsamte sie mir und wurde leidend.
  • Sie blieb nun ganz in DE, ich wickelte noch meinen Job ab und reiste meiner Familie nach. Immerhin war klein Sarah erst Eineinhalb Jahre alt.
  • Tja, es sind immer unsere Frauen die die Welt bewegen!
  • April 1992 Ende Cote d´Azur und damit die großartige 4-Zimmer Wohnung westlich von Monaco an der Moyenne Corniche auch.
  • Naja, die Tulpenstrasse in Baindt hat ja auch was!

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